Mietkauf ist nichts Neues – ein Mietübereignungsmodell aber sehr wohl (Der Immobilienbrief)

Bisher gab es auf dem deutschen Immobilienmarkt zwei Arten des Mietkaufs: Beim klassischen Modell verpflichtet sich der Mieter, die Immobilie nach Ablauf einer bestimmten Frist zu einer festgelegten Schlussrate zu kaufen. Die Anzahlungssumme 20% des Kaufpreises. Beim so genannten Optionskauf mietet der Interessent die Immobilie beim Bauträger und hat die Option, das Objekt zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen. Er ist nicht zum Kauf verpflichtet. Nun gibt es ein drittes Modell. Entwickelt hat es Gerald Evans, Geschäftsführer der Firma Gecci in Nettlingen bei Hildesheim. „Rent and buy“ nennt er sein Produkt. Auch hier wird ein Mietvertrag aufgesetzt – und zweiter über die Übereignung der Immobilie nach Ablauf der Vertragszeit. Eine Anzahlung vor Baubeginn wird nicht verlangt. Allerdings: Zahlt der Mieter das monatliche Entgelt nicht, kann Gecci den Vertrag vorzeitig beenden. Konsequenz für den Mieter: Vertrag futsch und auch der Anspruch auf Eigentumsübertrag.

Fachleute wissen: Mietkauf ist nicht die günstigste Form der Baufinanzierung – im Gegenteil – aber eine, die die Möglichkeit bietet, auch ohne Eigenkapital zum Eigenheim zu kommen. Anbieter gibt es im deutschsprachigen Raum viele, zu ihnen zählen auch die Volksbanken Raiffeisenbanken. Auf Anzeigenmärkten wie  www.mietkauf-suche.de finden sich ebenfalls Angebote. Ihnen allen möchte Gerald Evans ein Schnippchen schlagen. Er will 2019 drei Musterhäuser im südlichen Niedersachsen bauen. Seinen Rent an buy-Kunden bietet er ein Massivhaus nach EnEV- oder KfWStandards inklusive Solarpanels. Die Preise beginnen bei 147.400 Euro (Wohnfläche:106 qm) zzgl. Grundstück, Planungs- und Nebenkosten. Tilgungsmietdauer: 23 bis zu 32 Jahre. Andere Anbieter solcher Massivhäuser sind Heinz von Heiden, Town & Country House und Kern-Haus. Evans: „Keiner dieser Wettbewerber bietet aber die Möglichkeit des Hauserwerbs per Mietübereignungsmodell.“ Wenn alles gut
läuft, erwartet er, dass er Ende kommenden Jahres „15 bis 20 Verträge“ unter Dach und Fach hat.

Evans kalkuliert mit jährlichen Investitionen von rd. 2 Mio. Euro. Die Finanzierung soll zu 45% mit Investorengeldern gestemmt werden. 6,5% per anno bietet er den Geldgebern und die Zurückzahlung des eingesetzten Kapitals nach zehn Jahren. Als Sicherheit bietet er eine Mietausfallversicherung, Eigentumsbehalt des Hauses und Grundstücks und Eintragung ins Grundbuch (Abteilung 3, 1. Rang). Gerade war der Bauunternehmer mit seinem fünften Investor beim Notar. „Der Markt für ein solches Modell ist da“, ist der Chef eines Ingenieurbüros im Schwarzwald, der namentlich nicht genannt werden möchte, optimistisch. „Seit die Banken bei der Hypothekenfinanzierung restriktiv sind, kommen viele Menschen, die sich den Traum von einem eigenen Häuschen erfüllen möchten nicht mehr an das notwendige Kapital. Für sie ist Rent and buy eine Alternative.“ Gerald Evans macht aus seiner Zielgruppe kein Hehl: „Familien und kleinere Betriebe, die eine Immobilie erwerben möchten, aber von ihrer Bank keinen Kredit bekommen.“ Evans ist von seinem Konzept überzeugt, will es zunächst regional vermarkten und später „die Nutzungsrechte an interessierte Unternehmen im Rahmen eines Franchise-Modells verkaufen“.

Quelle: Der Immobilienbrief, NR. 437 I 46. KW I 16.11.2018 I ISSN 1860-6392 I SEITE 30

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